12 Die Geschichte
Der Tang-Slup
Im 19. Jahrhundert lassen die Tangsammler robuste Boote bauen, um dem Bedarf der Industriellen gerecht zu werden: die Tang-Slups. Diese Boote sind dafür gemacht, auf Grund zu laufen, selbst auf felsigem Untergrund.
Sie sind klein, etwa 6 Meter lang, kräftig gezimmert und haben geringen Tiefgang, um dicht über den Steinen zu fahren. Die meisten sind mit einem Gaffelsegel, einer Fock und einem Stagsegel aus grobem, einfachem Segeltuch getakelt.
Die Werkstätten für Bootsbau vermehren sich an den bretonischen Küsten. Allein in Plouguerneau sind um 1920 drei Werften in Betrieb, darunter die von Herrn Le Got, genannt „Castor“. 1925 werden in der Gemeinde 56 Tangboote gebaut.
Die Karreg Hir, maritimes Erbe von Plouguerneau
Die Karreg Hir ist ein Nachbau eines Tang-Slups. Ihr 1989 begonnener Bau wurde Jean-Louis Le Got anvertraut, der sich von den alten Segel-Tangbooten inspirieren ließ, die sein Vater Théophile gebaut hatte. Der Tradition entsprechend ist die Karreg Hir aus Eiche gebaut, mit Ausnahme der oberen Beplankung aus Tanne. Die zuvor kalfaterten Nähte werden mit Pech bestrichen, und der Rumpf ist vollständig mit Steinkohlenteer überzogen. Karreg Hir ist der Name eines Felsens vor dem Hafen von Koréjou.