14 Die Modernisierung
Die Entwicklung der Kolloidindustrie
Emdroadur industriezh ar c'holoidoù
In den Jahren 1955–1960 wird die Industrie zur Gewinnung von Alginaten in der Bretagne bedeutend, zu der Zeit, als die letzten Jodproduktionsfabriken verschwinden.
Derzeit gehören die beiden einzigen französischen Industriestandorte zur Gruppe JRS und liegen in Lannilis und Landerneau, in der Nähe der Algenfelder. Sie beschäftigen 160 feste Mitarbeiter und zahlreiche Saisonkräfte. Doch die 70.000 bis 80.000 Tonnen saisonal gesammelter bretonischer Algen machen nur einen Teil des Alginatmarktes aus. Weltweit werden jährlich 800.000 Tonnen frischer Algen geerntet; die wichtigsten Erzeugerländer sind die Vereinigten Staaten, China und Norwegen.
Die Produktion von Carrageenen aus dem pioka hatte Anfang des 20. Jahrhunderts in Pleubian (Côtes-d’Armor) begonnen; sie endete in den 1980er-Jahren. Heute werden die Carrageene in Frankreich hauptsächlich vom Werk Cargill France in Baupte im Departement Manche aus Rotalgen hergestellt, die aus Chile und Asien importiert werden. Der Weltmarkt wird von der Eucheuma beherrscht, die in großem Maßstab in Südostasien kultiviert wird.
Der Agar-Agar wird in Spanien aus Rotalgen hergestellt: Gelidium corneum, das zu 80 % in Marokko geerntet wird, und Gracilaria, die vor allem in Asien und Südamerika kultiviert wird.